DER PREUßENSPIEGEL – MITTWOCH, 12.12.07
Musik und Tanz für Toleranz
Buntes Programm warb in Rathenow für Respekt gegenüber Minderheiten
Rathenow (bla). Sieben Stunden lang Musik nonstop und querbeet:
Ob Rock, Big-Band- Klänge, Chansons oder Klassik – am Samstag ging es im Blauen Saal des Rathenower Kulturzentrums musikalisch vielfältig zu. Unter dem Motto „All different, all equal“ („Alle sind unterschiedlich, alle sind gleich“) endete mit einer großen Abschlussveranstaltung die Toleranz-Kampagne im Havelland. Diese wurde seit Ende September, mit Beginn der Interkulturellen Woche, vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland in Zusammenarbeit mit der Internationalen Humanistischen und Ethischen Jugendorganisation (Iheyo) durchgeführt. Die Kampagne fand zeitgleich in sechs weiteren europäischen Ländern statt und warb um mehr Respekt gegenüber Minderheiten. Im Havelland wurden im Rahmen der Kampagne viele Veranstaltungen durchgeführt. So fanden Workshops und Diskussionsrunden rund um die Themen Toleranz, Integration und Fremdenfeindlichkeit statt. „Wir wollen damit Signale setzen“, sagt Volker Mueller. Gerade im Havelland seien Rechtsextremismus und die Ausgrenzung von Homosexuellen weit verbreitet, so der Vorsitzende des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland. Gemeinsam mit der Veranstaltungsleiterin Silvana Uhlrich und Kreissozialdezernentin Margarethe von Fintel eröffnete Mueller die Veranstaltung. „Toleranz muss gelebt werden und darf nicht nur in Worten stattfinden“, bekräftigte auch von Fintel in ihrer Ansprache. Bestrebungen, die die Toleranz gefährden, müssten mit lauter Stimme und ganzer Kraft bekämpft werden. Mit klassischen Melodien eröffneten im Anschluss die Künstler vom Concentus Alius, einem schwul-lesbischen Kammerorchester aus Berlin, das musikalische Programm, welches ebenfalls von der Big Band der Musikschule Rathenow, dem Rathenower Tanzensemble Fantasia, von einem Chanson- Trio aus Potsdam, zwei Rockgruppen und einer Band aus Leipzig mit gestaltet wurde. Im großen Clubraum konnten sich die Besucher zudem über die Arbeit der Freidenker, der Iheyo und anderer Organisationen informieren. Auf Entdeckungsreise lud auch die Fotoausstellung „Gesichter aus Indien“ ein. Wer auf den Geschmack gekommen war, konnte sich am Stand von Katrin Jura mit indischem Tee, Gewürzen oder Schmuck eindecken. Mit Spiel und Spaß war für die Kleinen in der Kreativ-Ecke bestens gesorgt. Man habe das Programm bewusst so gestaltet, dass für alle Altersgruppen etwas Passendes dabei sei, so Mueller. „Toleranz ist eine ernste Sache, muss aber auch Teil der Lebensfreude sein.“ Mit der Besucherresonanz zeigte sich Mueller zufrieden – auch, wenn die Stuhlreihen zeitweilig nicht vollends gefüllt waren. „Es waren junge und ältere Menschen da. Die Veranstaltung ist gut gelaufen.“ Für die Zukunft schloss er eine Fortsetzung der Toleranz- Kampagne nicht aus.
Rathenow
Rathenow (sme). Rund um das Thema Toleranz ging es am Samstag im Blauen Saal des Kulturzentrums beim Toleranz Event "all different, all equal". Damit ist gemeint , dass alle Menschen unterschiedliche Eigenschaften, Meinungen und Einstellungen haben, aber dennoch gleichwertig sind. Anlässlich des "Tages der Menschenrechte" am 10. Dezember veranstaltete der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. (HFH) gemeinsam mit der Internationalen Humanistischen und Ethischen Jugendorganisation (IHEYO) das Toleranz Event als Höhepunkt der Toleranzkampagne.
Silvana Uhlrich, Verantwortliche für internationale Beziehungen im HFH und Mit-Koordinatorin des Toleranz Events, berichtete, dass im Rahmen der Toleranzkampagne unter anderem ein Indienabend in Nauen, Informationsveranstaltungen über Rechtsextremismus und Filmabende sowie Theater- und Medienworkshops in den Jugendclubs des HFH stattgefunden haben. Die Toleranzkampagne 2007 wurde in sieben europäischen Ländern durchgeführt und soll im kommenden Jahr erneut stattfinden.Jugend- und Sozialdezernentin Margarethe von Fintel ist der Meinung, dass Toleranz gelebt werden muss und nicht immer nur geredet werden darf. Mit lauter Stimme und ganzer Kraft müsse man toleranzfeindlichen Menschen entgegentreten. "Im Havelland liegen die Schwerpunkte der Toleranzarbeit bei der Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus", erklärte der Vorsitzende des Freidenkerbundes Dr. Volker Mueller. Für ihn sei Toleranz nicht allein eine Kampagne, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung. "Toleranz ist ein universelles Verhaltensprinzip", so Mueller. Besonders erfreut war er, dass viele junge Menschen den Weg zum Toleranz Event gefunden hatten, denn Kinder und Jugendliche waren die Hauptzielgruppe.
Um den Besuchern Toleranz zu veranschaulichen, präsentierten sich Stände von Amnesty International, AndersArtig, vom Behindertenverband, der IHEYO und vom HFH. Des Weiteren konnte die Fotoausstellung "Gesichter aus Indien" begutachtet werden. Die Fotos wurden in den Jahren von 1996 bis 2006 während mehrerer Jugendaustauschprojekte gemacht. Viele Jugendliche hatten durch den Indienjugendaustausch vom HFH die Möglichkeit bekommen, die Kultur, die Menschen und das politische System Indiens kennen zu lernen.
Neben Fotos und Info-Ständen bot die Toleranzveranstaltung ein buntes Programm, das Vielfalt repräsentierte. Mit dabei waren das Homophilharmonie Orchester Berlin "Concentus Alius", die Fantasie Tanzgruppe aus Rathenow sowie die Big Band der Rathenower Musikschule und die Bands "zwischenFall", "Chantrois", "Purple People Eaters" und "Ferromon". Von Klassik, über Deutschrock bis hin zum französischen Chanson war für jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Brawo,
12.12.2007
http://www.brawo.de/index.php?&task=artikel&artikel_id=4564
Beitragsfunktionen: Vielfalt der Stile Toleranz
Buntes Kultur-Programm warb in Rathenow um Respekt für Minderheiten
RATHENOW - Mit viel Musik endete am Samstag im Rathenower Kulturzentrum die Toleranz-Kampagne vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland und der Jugendorganisation Iheyo.
Chansons, Deutschrock, Klassik oder schwungvolle Big-Band-Klänge – wer am Samstagnachmittag den Weg ins Rathenower Kulturzentrum gefunden hatte, bekam sieben Stunden lang musikalische Leckerbissen und allerlei mehr verabreicht.Unter dem Motto „All different, all equal“ („Alle sind unterschiedlich, alle sind gleich“) feierte der Humanistische Freidenkerbund Havelland gemeinsam mit der Internationalen Humanistischen und Ethischen Jugendorganisation (Iheyo) im Blauen Saal den Abschluss ihrer Toleranz-Kampagne. Diese war Ende September mit der Interkulturellen Woche gestartet und fand zeitgleich in sechs weiteren europäischen Ländern statt. Ziel war es, für mehr Verständnis und Respekt gegenüber Minderheiten zu werben. Im Havelland wurden seitdem mehrere Veranstaltungen wie Filmabende, Workshops oder Diskussionen rund um die Themen Toleranz, Integration und Fremdenfeindlichkeit durchgeführt. Der bevorstehende Tag der Menschenrechte, der heute begangen wird, markierte das Ende der Kampagne.
Toleranz müsse jeden Tag gelebt werden und dürfe nicht nur in Worten stattfinden, forderte Margarethe von Fintel. „Bestrebungen, die sie gefährden, müssen mit lauter Stimme und unserer ganzen Kraft bekämpft werden“, sagte die Kreissozialdezernentin, die das Programm gemeinsam mit Veranstaltungsleiterin Silvana Uhlrich und Volker Mueller, dem Vorsitzenden des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland, eröffnete.
Mit klassischen Stücken bestritt anschließend das schwul-lesbische Kammerorchester Concentus Alius aus Berlin den musikalischen Auftakt des Tages, der von vielen Gruppen mitgestaltet wurde: Neben der Big Band der städtischen Musikschule Rathenow gaben ein Potsdamer Chanson-Trio, Liedermacher aus Leipzig sowie zwei Rockbands Kostproben ihres Könnens, ebenso wie das Tanzensemble Fantasia aus Rathenow. Im großen Clubraum konnten sich die Besucher zudem an Infotischen über die Arbeit der Iheyo und anderen Organisationen informieren, am Basar indischen Tee, Gewürze und Schmuck kaufen oder die Foto-Ausstellung „Gesichter aus Indien“ besuchen.
Wir wollen mit dieser Veranstaltung Signale setzen und haben sie bewusst für alle Altersgruppen konzipiert“, so Volker Mueller. Rechtsextremismus und die Ablehnung von Homosexualität nannte er als besondere Schwerpunkte, die es gerade im Havelland zu bekämpfen gilt. Auch wenn die Stuhlreihen nicht immer voll besetzt waren – mit der Resonanz zeigte sich Mueller dennoch zufrieden und schloss auch eine Wiederholung der Toleranz-Kampagne nicht aus. (Von Kerstin Blasek)